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Vor 100 Jahren bahnte sich die March ihren Weg durch eine fünf Kilometer breite Stromlandschaft. Weite Flächen versanken jährlich im Hochwasser, in Trockenperioden kamen Schlickflächen, Sandbänke und Inseln zum Vorschein.

Durch die Regulierung der March Mitte des 20. Jahrhunderts ging der ursprüngliche Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere verloren. Als wichtiger Ersatzlebensraum für Watvögel dient heute das Feuchtgebiet Hohenau-Ringelsdorf, das rund um die Zuckerfabrik in Hohenau entstand.


Watvögel an den Anlandebecken

Wohin mit der Erde, die anfällt, wenn die Zuckerrüben vor ihrer Verarbeitung gewaschen werden? Bis zu Anfang der 1990er Jahre wurden alljährlich einige Hektar wertvoller Feuchtwiesen und überschwemmter Äcker unter drei Metern aufgeschlämmter Rübenerde begraben. Diese Flächen werden als Anlandebecken bezeichnet.

Im feuchten Schlamm und seichten Wasser leben zahlreiche Insekten - wichtige Nahrungsquelle für die durchziehenden Watvögel auf ihrer weiten Reise. Forschungen seit 1992 beweisen, dass die schlammigen Anlandebecken ein wertvoller Ersatzlebensraum für Watvögel (Limikolen) sind. Insgesamt konnten bereits 30 verschiedene Limikolen-Arten in den March-Thaya-Auen beobachtet werden.


Fließend Warmwasser am Kühlteich

Der Kühlteich der Zuckerfabrik Hohenau friert produktionsbedingt bis Ende Dezember nicht zu. In strengen Wintern verhindern die Vögel selbst das Zufrieren, indem sie ständig in Bewegung bleiben.

Im Winter ist der Teich der wichtigste Wasservogelrastplatz im östlichen Niederösterreich. Bis zu 5.000 Enten lassen sich hier nieder. Außerdem ist er im Winter Schlafplatz für bis zu 10.000 Gänse.

gruenschenkel Der Grünschenkel kehrt im April aus seinem Winterquartier in Afrika heim.

Blaukehlchen und Schilfrohrsänger sind hier jedoch regelmäßig anzutreffen. Dieser "wilde Dschungel" ist ein wichtiger Brut- und Durchzugsplatz.

Die hervorragend getarnten Eier der Kiebitze und Flussregenpfeifer sind im feuchten Schlamm versteckt. Somit kann der Nachwuchs in aller Ruhe und ohne Gefahr schlüpfen.

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