996 - 1.500 n. Chr.


Das Großmährische Reich

Um 830 setzte sich der mährische Fürst Mojmir I. bei den Slawen durch und gründete das Großmährische Reich. Von Osten kamen zunehmend Slawen in das Gebiet nördlich der Donau, wie auch Funde aus dem 9. und 10. Jh. bezeugen. Zur Christianisierung der hier lebenden Slawen wurden Missionare aus Bayern geschickt.

Dieser bayrische Einfluss blieb in unserer Gegend auch aufrecht, als von Osten Cyrill und Method ins Mährerreich kamen. Ende des 9. Jh. unter Svätopluk erlangte das Großmährische Reich seine größte Ausdehnung. Durch innere Konflikte und den Andrang der Ungarn zerfiel es jedoch am Beginn des 10. Jh.

Slawische Siedlungsreste gibt es sowohl im heutigen Ortsgebiet von Stillfried, als auch innerhalb der urzeitlichen Wehranlage. In Mannersdorf auf der Flur "Dammfeld" wurde ein slawisches Körpergrab mit einem Gefäß freigelegt.


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Im 9. Jh. gründete der mährische Fürst Ratislav die Burg Devín. An einer ausgezeichneten strategischen Lage errichtet war sie lange Zeit das Zentrum des großmährischen Verteidigungs- systems.

Von der felsigen Erhebung hat man einen guten Ausblick auf das Marchfeld und die Donauufer.


Grenzmark der Babenberger

Im 10. Jh. fielen die Magyaren, ein Reitervolk, in das Grenzgebiet ein und drangen bis über die Enns nach Westen vor. Nachweis für diese Auseinandersetzungen im Grenzgebiet sind vereinzelte Funde im Bereich der urzeitlichen Wehranlage von Stillfried, zum Beispiel dreiflügelige Pfeilspitzen.

Nach der Niederlage des Markgrafen Liutpold I. bei Pressburg wurde Niederösterreich militärisch von den Ungarn kontrolliert. Erst im Jahre 955 besiegte man die Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld. Markgraf Liutpold I. wurde mit der Verwaltung und Organisation der neu geschaffenen Ostmark betraut. Die Mark der Babenberger konnte sich nun vom westlichen Niederösterreich allmählich gegen Osten ausbreiten. Die March blieb bis zu den Verträgen von 1042 und 1045 eine unsichere Grenze. Im Jahr 1045 erhielt Markgraf Siegfried in der Gegend von Stillfried größere Ländereien entlang der March. Diese gehörten ab 1055 zur Mark der Babenberger.


Die Habsburger gewinnen die Schicksalsschlacht

Nach dem Tod des letzten Babenbergers Friedrich II. im Jahre 1246 entstanden unter den österreichischen und ausländischen Adeligen Machtkämpfe um die Vorherrschaft in Österreich. In dieser Situation griffen österreichische Grafen zur Selbsthilfe und wählten den jungen mährischen Markgrafen Ottokar II. Premysl zum Herzog von Österreich. Ottokar heiratete im Jahre 1252 Margarete, die Schwester des letzten Babenbergers Friedrich II. Ein Jahr später wurde er König von Böhmen, in den folgenden Jahren standen auch die Steiermark, Kärnten, Krain und die Windische Mark unter seiner Macht.

Als einer der mächtigsten Fürsten des Reiches war er auch Kandidat für die deutsche Königswürde. Im Jahre 1273 wurde jedoch der Graf Rudolf von Habsburg zum römisch-deutschen König Rudolf I. gewählt, was Ottokar II. nicht anerkannte. Viele niederösterreichische Adelige gingen zu Rudolf I. von Habsburg über, da sie mit der Härte des Böhmenkönigs unzufrieden waren. Da Ottokar II. beim neuen König nicht um die Belehnung mit den Ländern der Babenberger ansuchte, wurden ihm diese Länder entzogen.


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Bei der vermutlich größten Ritterschlacht des Mittelalters am 26. August 1278 zwischen Dürnkrut und Jedenspeigen fiel der böhmische König Ottokar II.

Mit dem Sieg der Habsburger nahm ihre endgültige Vormachtstellung im Donau-Alpenraum ihren Anfang. Die Habsburger regierten die nächsten 640 Jahre in Österreich.

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